David Strohm, Wirtschaftsredakteur der NZZ am Sonntag

Geboren 1960. Studium der Wirtschaftswissenschaften in Zürich, Berlin und Hongkong. Einstieg in den Journalismus als Redakteur beim Tages-Anzeiger. War danach als Korrespondent in Stabsfunktionen von Unternehmen sowie als freier Journalist tätig. Bei der NZZ am Sonntag seit dem Start dabei, seit 2004 als Redakteur in der Wirtschaftsredaktion. Er zeichnet zudem verantwortlich für den wöchentlichen Immobilien-Bund der NZZ , NZZdomizil. Lebt in Zürich, ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Fabian Gerstenberg: Lieber Herr Strohm, Sie sind als Wirtschaftsredakteur für die überregional bekannte NZZ tätig. Wie häufig erhalten Sie Pressetexte, die für Ihre tägliche Arbeit irrelevant sind?

David Strohm: Täglich etwa 20 bis 30, die meisten per Mail, einige per Post. Etwa 2 bis 3 sind relevant, die hebe ich auf.

F.G.: Werden die Pressetexte intern weitergeleitet oder reagieren Sie verärgert darauf?

D.S.: Ich lösche die nicht relevanten, sehr selten leite ich sie weiter. Nur bei besonders hartnäckigen Absendern reagiere ich verärgert.

F.G.: Was können Kommunikatoren von Unternehmen und PR-Agenturen besser machen, um Sie für ihre Inhalte zu begeistern?

D.S.: Zielgerichtet, individuell zugeschnittene Informationen senden. Ist aufwendiger, würde sich aber lohnen.

F.G.: Wie häufig erhalten Sie Pressetexte von Kommunikatoren deutscher Unternehmen?

D.S.: Täglich 5 bis 10. Keine Ahnung, wie ich auf deren Verteiler gelangt bin, es hat darunter mehr irrelevante Zusendungen.

F.G.: Welche Quellen nutzen Sie für die Recherche nach relevanten Inhalten?

D.S.: Telefon, Internet, Suchmaschinen, spezialisierte Webseiten, Twitter und Blogs.

F.G.: Wann finden Ihre Redaktionsrunden statt und wie laufen diese ab?

D.S.: Unterschiedlich. Für die Gesamtredaktion gib es eine wöchentliche große Konferenz mit Blattkritik und Mitteilungen. Die Ressorts treffen sich ein bis zwei Mal pro Woche. Die Ressortleiter haben noch zwei weitere Sitzungen. Am Produktionstag (Samstag) gib es mehrere Sitzungen.

F.G.: Wie unterscheidet sich die redaktionelle Arbeit der NZZ von deutschen Tageszeitungen? Gibt es überhaupt Unterschiede?

D.S.: Die Unterschiede sind vermutlich gering. Generell sind hier die Wege kürzer, man kennt sich. Mit Pressesprechern, mit denen ich oft zu tun haben, bin ich per Du.

F.G.: Was tut die NZZ um dem Trend des allgemeinen Auflagenrückgangs von Printmedien zu entgegnen?

D.S.: Sie investiert in Inhalte.

F.G.: Wie wird sich das Medienverhalten der Schweizer in den nächsten Jahren verändern?

D.S.: Weitere Verschiebung von analogem zu digitalem Konsum von Medienhalten, vor allem  auf smarten Endgeräten.

F.G.: Vielen Dank für das Gespräch.

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