Matthias Daniel, Chefredakteur von Journalist

Matthias Daniel, Jahrgang 1973, ist Chefredakteur des Medienmagazins journalist. Er arbeitet seit dem Jahr 2000 als Medienjournalist – zunächst beim Fachmagazin Insight, seit 2007 leitet Matthias Daniel die journalist-Redaktion in Bonn.

Fabian Gerstenberg: Lieber Herr Daniel, im Vergleich zu vielen anderen deutschen Printredakteuren sind Sie und Ihre Kolleginnen und Kollegen sehr aktiv auf Twitter. Ist Twitter die wichtigste Plattform als Quelle für Ihre redaktionelle Arbeit?

Matthias Daniel: Als Informations- und Inspirationsquelle ist Twitter unschlagbar. Für uns als Redaktion ist Twitter auch für den Leserkontakt und als Ausspielweg für die eigenen Inhalte wichtig. Aber am Ende ist Twitter natürlich auch nur eine von vielen Quellen für die redaktionelle Arbeit.

F.G.: Über welche Themen berichten Sie persönlich besonders gern?

M.D.: Über Medien- und Journalismusthemen, versteht sich.

F.G.: Was können PR-Agenturen und Presseabteilungen von Unternehmen besser machen, um Sie für deren Inhalte zu begeistern?

M.D.: Als Magazin setzen wir Online wie auch Print vor allem auf Hintergrundinformationen und Vorort-Besuche. Pressemitteilungen spielen bei uns also eher eine untergeordnete Rolle, sind allenfalls ein weiterer Nachrichtenstrom, der bei uns einläuft. Die Chance, Beachtung zu finden, steigt jedenfalls, wenn der Absender eine grobe Ahnung davon hat, mit welchen Themen wir uns beschäftigen.

F.G.: Sind Sie eher auf Blogs von Privatpersonen, von Journalisten oder von Unternehmen unterwegs?

M.D.: Vor allem auf Blogs von Journalisten und Redaktionen.

F.G.: Wann finden Ihre Redaktionsrunden statt? Und wann sind Sie am besten für externe Ansprechpartner aus Agenturen und Unternehmen zu erreichen?

M.D.: Ich halte nicht viel von strikten Terminen. Um ein gutes Heft und einen guten Onlineauftritt zu machen, ist es wichtig, den ganzen Monat über zu planen und auf aktuelle Ereignisse zu reagieren. Dennoch ist es natürlich so, dass es Anfang des Monats, wenn unser Heft im Druck ist, etwas ruhiger in der Redaktion zugeht als zur Hauptproduktionszeit um den 20. herum.

F.G: Wie wird die Medienkommunikation zwischen Unternehmen und Redaktionen in 5 Jahren ablaufen? Inwieweit wird die Bedeutung von Online-Kommunikation zunehmen?

M.D.: Hellsehen kann ich nicht. Ich würde aber vermuten, dass die Offline-Kommunikation zwischen Unternehmen und Redaktionen wieder wichtiger wird. Und das hat mit der zunehmenden Bedeutung von Exklusivität als Nachrichtenfaktor für Redaktionen zu tun, um sich von der Masse der Nachrichten abzusetzen.

F.G.: Viele Printmedien leiden unter rückläufigen Auflagenzahlen. Inwieweit wird die redaktionelle Qualität leiden, wenn Auflagen sinken und weniger Redakteure einen Titel mit Inhalt füllen? Werden ausführliche Inhalte in Zukunft der Vergangenheit angehören?

M.D.: Mit mehr gut ausgebildeten Journalisten kann ich ein besseres Heft machen als mit weniger oder schlecht ausgebildeten Journalisten.

F.G.: Vielen Dank.

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