Nicole Bußmann, Chefredakteurin von managerSeminare

Nicole Bußmann ist Chefredakteurin der managerSeminare Verlags GmbH, Bonn. Die studierte Publizistin arbeitet seit 1995 in und mit dem Weiterbildungsmarkt, in ihrer journalistischen Funktion beobachtet sie die Branche, die Formate, die Akteure. Innerhalb des Fachverlages betreut sie alle periodisch erscheinenden Objekte: Neben dem Magazin managerSeminare mitsamt seiner Supplements und Sonderpublikationen sind das vor allem die Fachzeitschrift Training aktuell und das mS-NewsBlog.

Fabian Gerstenberg: Liebe Frau Bußmann, in Ihrem Fachtitel managerSeminare berichten Sie über unterschiedlichste Management-Themen. Wie schaffen Sie es, relevante Informationen für Ihre Leser aus der Flut an PR-Meldungen herauszufiltern?

Nicole Bußmann: PR-Meldungen sind gar nicht die Hauptquelle unserer Berichterstattung. Vielmehr halten wir über alle möglichen Quellen (Buchneuerscheinungen, Kongresse, Social Media, Kontakte zu Hochschulen und Experten…) die Augen und Ohren offen, um das herauszuselektieren, was neu, relevant und nutzwertig für unsere Leserschaft ist.

F.G.: Welche Bedeutung hat die Kommunikation mit Presseabteilungen und Unternehmen im Rahmen Ihrer Arbeit?

N.B.: Wir freuen uns über Pressemitteilungen per Post oder Mail, sichten die kurz und sortieren dann aus. Nachfragen per Telefon oder gar Facebook mögen wir überhaupt nicht. Am Telefon sitzen oft nur Praktikanten mit der sinnlosen Frage: Haben Sie unsere Pressemitteilung bekommen? Kommunikation auf Facebook via persönlicher Nachricht finde ich schon richtig gehend frech.

F.G.: Wie wichtig ist es Ihnen, frühzeitig Inhalte zur Verfügung gestellt zu bekommen?

N.B.: Sehr wichtig. Als Monatsmagazin haben wir einen vergleichsweise langen Planungshorizont. Um Geschichten exklusiv und in time berichten zu können, brauchen wir daher Infos, Ideen und Kontakte so früh wie eben möglich.

F.G.: Kann es für ein Unternehmen hilfreich sein, Ihre geplanten Themen / Ihren Themenplan zu kennen?

N.B.: Auf jeden Fall. Sie können sich als Ansprechpartner anbieten, Kontakte vermitteln oder Fallbeispiele zuliefern. Ob wir die angebotenen Infos nutzen, steht dann zwar immer noch auf einem anderen Blatt. Aber über den Input freuen wir uns zunächst mal. Der kann ja durchaus auch zu weiteren Themen inspirieren.

F.G.: Wie wichtig sind Online-Netzwerke wie facebook und XING für Ihre redaktionelle Arbeit?

N.B.: Facebook und Twitter sind für uns wichtige „News“-Streams. News in Anführungszeichen, da wir vor allem über Facebook keine harten Fakten erfahren, sondern mehr den Klatsch und Tratsch, auch die Aufregungen der Branche, Meinungen und Meinungsströmungen. Für die Themenfindung eine Inspirationsquelle. Xing nutzen wir tatsächlich weniger, eigentlich nur zur Recherche von Ansprechpartnern.

F.G:  Und mit wie vielen externen Ansprechpartnern arbeiten Sie durchschnittlich zusammen, bevor eine Ausgabe Ihres Titels in den Druck gehen kann?

N.B.: Puh, auswendig weiß ich das gar nicht. Lassen Sie mich rechnen: Für die News sind es etwa 30 Ansprechpartner, pro journalistisch gebautem Artikel etwa 5, dazu kommen Fachartikel mit jeweils einem Autoren, was dann bei insgesamt 8 Artikeln pro Ausgabe etwa 20 bis 40 weitere Ansprechpartner bedeutet. Dazu kommen dann noch die Autoren der verschiedenen Formate zur Meinungsdarstellung. Ich tippe auf 70 bis 100 externe Kontakte.

F.G.: Wann finden Ihre Redaktionsrunden statt? Und wann ist Ihre Redaktion für eine Kommunikation mit Presseverantwortlichen von Unternehmen zu erreichen?

N.B.: Unsere Redaktionskonferenzen finden in einer relativ kommunikationsarmen Zeit statt: Freitags ab 14 Uhr, Ende offen. Die meisten Agenturen denken da schon an Feierabend… Erreichbar sind wir grundsätzlich immer: lieber allerdings per Mail.

F.G.: Vielen Dank.


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