Sepp Wejwar, Chefredakteur von GENUSS.bier.pur

Sepp Wejwar, der Biersepp ist Chefredakteur von GENUSS.bier.pur, Marketer, Biersommelier und Buchautor. Seit 34 Jahren ist er im Bereich Marketing und Bier unterwegs.

Fabian Gerstenberg: Lieber Herr Wejwar, in zwei verschiedenen Länder-Ausgaben erreichen Sie mit Ihrem Medientitel Bierliebhaber in Deutschland und in Österreich. Worin unterscheidet sich die deutsche von der österreichischen Leserschaft?

Sepp Wejwar: Das korrespondiert mit dem Biermarkt hier, wie dort. In Deutschland gibt es einen größeren „Qualitäts-Gap“ zwischen Massenprodukten (die dort „Fernsehbiere“ genannt werden) und Bieren aus Privaten Brauereien. In Österreich herrscht generell ein hohes Produktniveau, das betrifft auch die Biere, welche der marktbeherrschende Konzern unter seinen österreichischen Marken braut. Deshalb haben wir bei bier.pur Deutschland LeserInnen, die sich für private Brauereien (das sind ohnehin mehr als 1.000 Braustätten) und deren Biere interessieren und in Österreich erreichen wir alle BierfreundInnen.

F.G.: Neben GENUSS.bier.pur gibt es noch GENUSS.wein.pur. Inwieweit arbeiten die verschiedenen Redaktionen Ihrer Verlagstitel zusammen? Gibt es hier Synergien?

S.W.: Ich habe einmal eine Geschichte „Bier zum Grillen“ oder so gemacht für fleisch.pur, das sie hier gar nicht erwähnen. Für wein.pur habe ich früher sehr viel und gern gearbeitet, bis ich mich dazu entschieden habe, mein Leben ausschließlich dem Bier zu widmen.

F.G.: Was können Presseabteilungen von Unternehmen bzgl. ihrer Pressearbeit verbessern, um die Chance auf Veröffentlichung in Ihrem Titel zu erhöhen?

S.W.: Das ist ganz einfach: Bessere Texte schreiben. Die meisten Pressetexte sind grottenschlecht. Außerdem strotzen sie vor Superlativen und in Versalien geschrieben Produkt- Marken- und oder Firmennamen. Dabei wird ignoriert, dass so etwas ohnehin nie veröffentlicht wird. Ich biete gern ein Schreibseminar für PR-Agentur-TexterInnen an, mit Ihnen gemeinsam.

F.G.: Laut Ihrem Themenplan werden Sie in Ihrer Ausgabe vom 10.10.2014 über Dänemark bzw. dänisches Bier berichten? Erhöht sich in diesem Fall die Chance auf Veröffentlichung, wenn Sie relevante Presseinformationen von dänischen Unternehmen möglichst frühzeitig erhalten?

S.W.: Natürlich. Wir schließen das Heft spätestens Mitte September, da ich ab 14.9 Biersommelierkurse abhalte.

F.G.: Wie hat sich Ihre Redaktionsarbeit seit erstmaliger Erscheinung Ihres Titels in 2007 verändert?

S.W.: Grundlegend. Damals mussten wir noch den meisten PR-Leuten in den Firmen erklären was dpi meint und wie man eine Datei auf einen FTP-Server stellt. Es herrschte großer Mangel an Bildmaterial, das ist besser geworden, obwohl auch hier die schlechten Bilder (zum Beispiel mehrere Menschen stehen nebeneinander und halten irgendetwas, zum Beispiel eine Urkunde, ins Bild) bei weitem überwiegen.

F.G: Welche Bedeutung hat Social Media für Ihre Redaktionsarbeit?

S.W.: Keine. Wir haben uns eine Zeitlang mit facebook aufgehalten aber dort sind immer dieselben paar Leuteln „unterwegs“. Sticheleien und Pseudodiskussionen überwiegen am Prekariats-web.

F.G.: Wann sind Sie für Kommunikatoren aus Unternehmen am besten zu erreichen?

S.W.: Ich bin selbständig, also 24/7.

F.G.: Wie werden Sie in 5 Jahren arbeiten? Inwiefern wird sich die Arbeitsweise Ihrer Redaktion ändern?

S.W.: Hoffentlich ganz gemächlich und nur mehr als gern gesehener Festredner – ich bin fast 60 – und dann wird es nicht mehr meine Redaktion sein.

F.G.: Vielen Dank.

Weitere hilfreiche Informationen für professionelle Medienkommunikation finden Sie in den aktuellen Medienstudien von Mount Barley Publishing.

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