Felix Beilharz, Top-Influencer im Online-Marketing

Felix Beilharz ist „einer der führenden Berater für Online- und Social Media Marketing“ (RTL). Der Diplom-Wirtschaftsjurist beschäftigt sich seit 2001 mit den Möglichkeiten, die Online-Marketing für Unternehmen bietet. Als Autor hat er zwölf Bücher und Buchbeiträge veröffentlicht, dazu zahlreiche Artikel und Kolumnen. Die Fachzeitschrift w&v nennt ihn einen der „Top-Influencer im Online-Marketing“ und einen „digitalen Meinungsmacher, den man kennen sollte“.

Felix Beilharz lehrt Online-Marketing und Social Media an der Universität zu Köln, der Technischen Hochschule Köln sowie der Hochschule Würzburg-Schweinfurt. Er trainiert Unternehmen, Behörden Organisationen und wird europaweit als Speaker gebucht. Er gilt daher als „einer der bekanntesten Experten für Online-Marketing“ (Rhein-Main-Presse).

Neben der Tätigkeit als Speaker, Trainer, Autor und Berater veranstaltet er Social Media Konferenzen wie die „hashtag.business“, die erste Konferenz speziell für Twitter- und Instagram-Marketing.

Fabian Gerstenberg: Lieber Herr Beilharz, eine aktuelle Studie von Mount Barley Publishing zeigt, dass Blogger relativ wenig Geld in Zeitungen und Zeitschriften investieren. Wo finden Blogger die Inhalte, über die sie in Ihren Artikeln berichten?

Felix Beilharz: Die meisten Blogger beziehen ihren Input über die sozialen Netzwerke, vor allem Facebook und Twitter. Hier sind sie schnell über aktuelle Themen informiert und finden Anregungen und Ideen. Und natürlich lesen Blogger auch in Blogs. Viele Beiträge sind von bereits bestehenden Artikeln inspiriert und beziehen sich darauf. Aber auch die Online-Inhalte der klassischen Medien spielen eine Rolle. Ich glaube, die entscheidenden Probleme bezüglich Zeitungen und Zeitschriften sind gar nicht so sehr die Kosten, sondern der Medienbruch und die relative Langsamkeit dieser (Print-)Medien.

F.G.: Worin unterscheidet sich Ihren Erfahrungen nach ein Blogger von einem klassischen Journalisten?

F.B.: Blogger sind nicht dem journalistischen Berufsbild und zum Beispiel der damit verbundenen Sorgfaltspflicht etc. verpflichtet. Das kann positive Auswirkungen haben, zum Beispiel durch eine schnellere Berichterstattung oder persönlichere Prägung der Inhalte. Aber natürlich auch Nachteile durch eine mögliche schlechtere Fundierung oder Recherche.

Das Feld der Blogger ist aber sehr breit, es ist unmöglich, „DEN“ Blogger zu beschreiben. Manchen geht es um den schnellen Euro, das zeigt sich auch in den Inhalten. Andere sehen eine große Verantwortung und arbeiten gewissenhafter als mancher Journalist. Die Grenzen zwischen Bloggern und Journalisten schwinden zusehends.

F.G.: Ein Blog ist für den Betreiber nicht kostenlos. Einnahmen sind notwendig. Wie schaffen es Blogger heutzutage trotz Schaltung von Werbeanzeigen unabhängig zu bleiben?

F.B.: Da stoßen sie auf die gleichen Probleme wie andere redaktionelle Formate. Das Problem ist dann geringer ausgeprägt, wenn die Werbung über Netzwerke automatisch eingespielt wird, weil Blogger und Werbender dann keinen direkten Kontakt haben. So findet meist keine Einflussnahme statt. Bei der Direktbuchung kann das schon anders aussehen. Und am größten ist die Abhängigkeit natürlich, wenn ein Unternehmen Produkte im Blog platzieren will oder den Blogger direkt für Content bezahlt. Für Blogger ist es daher wichtig, auf mehreren Füßen zu stehen und die Einkommensströme breiter aufzustellen, um Abhängigkeiten zu minimieren.

F.G.: Klassische Medien kommunizieren ihre geplanten Redaktionsthemen in Form von Themenplänen, um Inhalte mit Agenturen professionell austauschen zu können. Welche Bedeutung haben Redaktionspläne bzw. Themenpläne für Blogger?

F.B.: Das kommt auf die Art des Blogs und auf den Blogger persönlich an. Ich kenne einige Blogger, die durchaus mit Themenplänen und einer längerfristigen Planung arbeiten, aber genauso Blogger, die relativ spontan agieren und einfach das Verbloggen, was ihnen gerade einfällt bzw. worauf sie gerade stoßen. Und natürlich jede denkbare Mischform dazwischen.

F.G.: Man sagt: Je aktueller die Inhalte auf Blogs desto mehr Traffic. Könnte im Umkehrschluss eine Veröffentlichung von langfristig geplanten Themen in Form von Themenplänen zu einer Verringerung des Traffics führen?

F.B.: Nein, das lässt sich so pauschal nicht sagen. Nicht alle Themen haben einen aktuellen, konkreten Anlass. Dann spielt der Zeitpunkt der Veröffentlichtung eine geringere Rolle. Wenn ein Reiseblogger zum Beispiel seine 99 Learnings aus der letzten Weltreise veröffentlicht, muss das nicht unbedingt zeitnah passieren.

Ein Modeblogger, der aber erst nach drei Wochen über die neu veröffentlichten Schuhe bloggt, wird sich nicht mehr über viel Traffic freuen können. Bei solchen Themen ist ein zeitnahes Veröffentlichen essentiell wichtig.

Ein wichtiger Unterschied ist auch, woher der Traffic kommt. Suchmaschinen liefern zum Beispiel meist eher langfristigen Traffic, da kommt viel über „Evergreen“-Content. Ad-hoc-Traffic kommt dagegen vor allem über Social Networks, da muss es dann schnell gehen.

F.G: Haben Blogger Interesse an Pressetexten von Unternehmen und Agenturen, oder welche Form der Zusammenarbeit wünschen sich Blogger?

F.B.: Auch das kommt auf den jeweiligen Blogger, auf das Thema und das Unternehmen an. Große Blogger werden ähnlich wie Journalisten mit Pressetexten bombardiert, so dass die einzelne Einsendung schonmal untergehen kann.

Blogger wollen vor allem ernst genommen werden. Erfahrene Blogger wollen sich nicht als „Content-Schleuder“ missbrauchen lassen. Unternehmen können zum Beispiel mit exklusiven Inhalten oder Ideen und individualisierten Ansprachen begeistern. Der klassische 0815-Standard-Pressetext dürfte nur selten Begeisterung auslösen.

Manche Unternehmen haben den richtigen Umgang mit Bloggern verstanden. DM lädt zum Beispiel jedes Jahr Beauty-Bloggerinnen zum dm-Markencamp ein. Dort werden sie nicht nur über neue Produkte informiert und nach allen Regeln der Kunst umsorgt, sondern erhalten auch Schulungen über SEO oder Social Media für Blogger. Dadurch wird eine starke Bindung zwischen Marke und Blogger aufgebaut. Und je erfolgreicher der Blogger/die Bloggerin dadurch wird, desto besser auch für die Marke.

F.G.: Vielen Dank für Ihre aufschlussreichen Antworten.

Weitere hilfreiche Informationen für professionelle Medienkommunikation erhalten Sie bei Mount Barley Publishing.

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