Medienforschung

Medienkommunikation – erfolgreich ohne großen Presseverteiler

Viele PR-Agenturen und –Dienstleister werben mit großen Presseverteilern, einem Presseversand an mehrere Hundert sogar Tausende von Journalisten. Die Möglichkeiten einer qualitativen und zielgerichteten Ansprache von Journalisten bleiben ungenutzt.

Große Presseverteiler unerwünscht

Um das Herz eines Journalisten zu erreichen, verzichten professionelle Kommunikatoren von Unternehmen hingegen auf einen breiten und wenig zielgerichteten

Massenversand von Pressetexten. Denn 95 Prozent der Journalisten schieben

Es gibt Alternativen zum unbeliebten Massenversand. Der persönliche Kontakt per Telefon sowie exklusive bzw. individuelle Inhalte sind laut der Mehrzahl von Journalisten ein Türöffner für eine langfristige und erfolgreiche Medienkommunikation.unaufgeforderte Masseninformationen ungelesen in den Papierkorb – so das Ergebnis der aktuellen Journalistenbefragung von Mount Barley Publishing, an der Ende 2013 mehr als 300 Journalisten unterschiedlicher Mediengattungen teilgenommen haben.

Wichtiger noch als die individuelle Ansprache ist eine frühzeitige Kommunikation. 97 Prozent der deutschen Journalisten bestätigen, dass sich die Chance einer Verwertung von Presseinformationen erhöht, wenn Journalisten frühzeitig relevante Informationen erhalten. Außerdem sollten die PR-Experten von Unternehmen aus Sicht der Journalisten zumindest über Basiswissen des jeweiligen Zielmediums verfügen: Was sind die regelmäßigen redaktionellen Themen? Welche Sonderthemen werden behandelt? Welche Zielgruppe erreicht die Publikation? Antworten auf diese wichtigen Fragen sind den beteiligten Akteuren häufig nicht bekannt. Mit dem Ergebnis, dass Inhalte nicht veröffentlicht werden und auch ein zukünftiger Dialog mit der entsprechenden Redaktion nur schwer aufzubauen ist.

Erfolgreiche Kommunikatoren informieren sich hingegen in den Themenplänen der Medien über zukünftige redaktionelle Themen. Auf diese Weise können sie ihr Expertenwissen frühzeitig und zielgerichtet mit den jeweiligen Redaktionen teilen.

Frühzeitige Kommunikation

Jeder zweite Journalist ist zwischen 10 und 12 Uhr telefonisch zu erreichen. Rund 40 Prozent geben an, zwischen 14 und 16 Uhr für externe Dialog-Partner verfügbar zu sein. Redakteure von Tages- und Wochenzeitungen kommunizieren eher nachmittags mit ihren relevanten Experten aus Unternehmen. Knapp die Hälfte der Redaktionen von Fachzeitschriften

halten vormittags ihre Redaktionsrunden ab und sind daher ebenfalls eher nachmittags erreichbar. Mit fast 70-prozentiger Sicherheit sind Redakteure von Publikumszeitschriften in der Zeit zwischen 10 und 11 Uhr in der Nähe ihres Telefons.

In Form einer offenen Befragung wurden auch praxisrelevante Tipps von Journalisten hinsichtlich besserer Medienkommunikation erfragt. Eine Vielzahl der Journalisten wünscht sich authentische Nachrichten mit einem hohen Nutzwert. Eine eindeutige Absenderadresse, klare Betreffzeilen und idealerweise Erstverwendungsrechte sind weitere Wünsche der Journalisten. Darüber hinaus wurde die Themenorientierung betont: Geplante Themen der Redaktionen sollten den PR-Verantwortlichen von Unternehmen vor einer persönlichen Kontaktaufnahme bekannt sein. Inhalte sollen auf die Bedürfnisse des jeweiligen Medientitels bzw. der jeweiligen Redaktion abgestimmt sein.

Suchen Journalisten im Social Web nach Inhalten für ihre Medien? Die Bedeutung von Social Media ist für eine erfolgreiche Medienkommunikation in Deutschland eher gering. Plattformen wie facebook , Twitter und Pinterest, und auch Presseportale und Blogs werden von Journalisten für die Recherche nach Themen kaum genutzt. 65 Prozent der Journalisten geben an, dass Online-Presseportale als Quelle für ihre redaktionelle Arbeit gering bzw. sehr gering sind. Bezüglich Online-Kommunikationsplattformen seien Firmenwebsites und Suchmaschinen von wesentlich höherer Bedeutung. Im Rahmen einer erfolgreichen Kommunikationsarbeit sollten Unternehmen jedoch Social Media-Sites berücksichtigen, um ihre jeweiligen Endkonsumenten zu erreichen.

Ansprechpartner

Da Mediennutzer – insbesondere Nutzer von klassischen Medien – erwarten, dass Journalisten zuverlässig recherchieren, und diese über eine hohe Glaubwürdigkeit verfügen, sind Journalisten die primäre Zielgruppe für PR-Experten. Wichtig

ist, sich während des Dialogs mit Redaktionen als Experte zu präsentieren. Wenn darüber hinaus exklusive Inhalte geliefert werden können, ist die Wahrscheinlichkeit einer Verwertung hoch. Inhalte, die per Massenmail an einen großen Presseverteiler geschickt werden, wirken kontraproduktiv. Redakteure fühlen sich von solchen Mails gestört.

Gute Kontakte zu Journalisten aufgrund rechtzeitiger Ansprache mit relevanten Inhalten und ein vertrauensvoller Austausch sind die wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Medienkommunikation.

Die Ergebnisse der aktuellen Medienforschung von Mount Barley Publishing finden Sie unter http://medienforschung.mountbarley.de herunterladen.

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